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Abbrandregelung, Verbrennungsluft-Steuerung im Ofen

Wie Primär-, Sekundär- und Tertiärluft zusammenspielen, und warum moderne Abbrandregelungen sauberer und effizienter heizen.

5 Min. Lesezeit 13. April 2026 infire Redaktion

Definition

Abbrandregelung, die Steuerung der Verbrennungsluftzufuhr in Kaminöfen und Pelletöfen. Sie bestimmt, wie viel Sauerstoff das Feuer bekommt und damit Brenngeschwindigkeit, Wirkungsgrad und Emissionen.

1. Drei Luftarten: Primär, Sekundär, Tertiär

Die Verbrennung von Holz läuft in Phasen ab, jede Phase braucht Luft an einer anderen Stelle:

Luftart Zuführung Funktion Phase
Primärluft Von unten durch den Rost/Ascheschicht Entzündet den Brennstoff, hält Grundglut aufrecht Anheizen & Gluterhalt
Sekundärluft Oberhalb des Brennstoffs (oft über die Sichtscheibe) Verbrennt aufsteigende Holzgase nach → Scheibenspülung Hauptbrand
Tertiärluft Aus der Rückwand oder von oben in den Brennraum Verbrennt letzte unverbrannte Gase (CO, Kohlenwasserstoffe) Nachverbrennung

Einfach gesagt: Primärluft bringt das Feuer in Gang, Sekundärluft hält es sauber, Tertiärluft holt die letzten Prozent Wärme aus den Rauchgasen. Je besser die drei zusammenspielen, desto höher der Wirkungsgrad und desto geringer die Emissionen.

2. Manuelle vs. automatische Regelung

Manuelle Abbrandregelung

Der Klassiker: Ein oder zwei Schieber am Ofen steuern die Luftzufuhr. Der Bediener regelt Primär- und Sekundärluft nach Gefühl und Erfahrung. Das funktioniert gut, erfordert aber Übung, zu viel Luft verschwendet Wärme, zu wenig erzeugt Qualm und Ruß.

Automatische Abbrandregelung

Moderne Öfen nutzen thermostatische oder elektronische Regelung:

  • Bimetall-Thermostat: Ein temperaturempfindliches Element öffnet und schließt die Luftklappe mechanisch, ohne Strom. Bei hoher Temperatur wird gedrosselt, bei niedriger geöffnet.
  • Elektronische Steuerung: Sensoren messen Abgastemperatur und/oder O₂-Gehalt. Ein Stellmotor regelt die Luftklappen in Echtzeit. Standard bei Pelletöfen und hochwertigen Kaminöfen.

💡 Tipp: Eine automatische Abbrandregelung kann den Wirkungsgrad um 5 bis 10 Prozentpunkte steigern und die Feinstaub-Emissionen um bis zu 50 % senken, ein lohnendes Feature beim Ofenkauf.

3. Moderne Ofensteuerung mit Sensoren

Die neueste Generation von Kaminöfen geht über einfache Thermostate hinaus:

  • Lambda-Sonde: Misst den Restsauerstoff im Abgas. Der Ofen stellt die Luftzufuhr so ein, dass der O₂-Gehalt im optimalen Bereich bleibt (typisch 6 bis 9 %).
  • Abgastemperatursensor: Warnt bei zu hoher Temperatur (Überfeuerung) und regelt bei zu niedriger nach (unvollständige Verbrennung).
  • App-Steuerung: Einige Pelletöfen lassen sich per Smartphone steuern, Leistung regeln, Raumtemperatur programmieren, Fehler diagnostizieren.
  • Raumthermostat-Kopplung: Der Ofen moduliert seine Leistung automatisch anhand der gewünschten Raumtemperatur.

Bei Pelletkesseln ist die vollautomatische Verbrennungsregelung Standard, sie erreichen deshalb auch die höchsten Wirkungsgrade im Holzheizungsbereich.

4. Praxistipps: Luft richtig einstellen

Für Öfen mit manueller Abbrandregelung gilt:

  1. Anheizen: Primärluft voll öffnen, Sekundärluft halb. Das Feuer braucht anfangs viel Sauerstoff von unten.
  2. Nach 10 bis 15 Minuten: Primärluft schließen oder stark drosseln. Sekundärluft voll öffnen, jetzt brennen die Holzgase.
  3. Sichtscheibe beobachten: Verrußt die Scheibe, ist zu wenig Sekundärluft eingestellt (die Scheibenspülung fehlt).
  4. Flammenfarbe beachten: Gelb-orangene Flammen = gut. Dunkelrote Flammen = zu wenig Luft. Kaum Flamme mit viel Glut = zu viel Primärluft, zu wenig Sekundärluft.
  5. Nachlegen: Vor dem Öffnen der Tür Primärluft kurz öffnen, das baut Zug auf und verhindert Rauchschwaden im Raum.

Sauber verbrennen, mit dem richtigen Brennstoff

Die beste Abbrandregelung nützt wenig bei nassem Holz. Pellets und Briketts haben immer die ideale Feuchte.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was passiert bei zu wenig Verbrennungsluft?

Das Holz schwelt statt zu brennen: Es entstehen viel Rauch, Ruß und giftiges Kohlenmonoxid (CO). Der Wirkungsgrad sinkt drastisch und der Schornstein versottet. Immer genug Luft zuführen!

Braucht ein Pelletofen eine manuelle Abbrandregelung?

Nein. Pelletöfen regeln Brennstoff- und Luftzufuhr vollautomatisch über Elektronik. Das ist einer der größten Vorteile gegenüber manuell beschickten Kaminöfen.

Was ist eine Scheibenspülung?

Ein Sekundärluftstrom, der von oben an der Innenseite der Sichtscheibe entlangströmt. Er verhindert Rußablagerungen und hält die Scheibe frei, vorausgesetzt, der Brennstoff ist trocken genug.

Kann ich eine automatische Abbrandregelung nachrüsten?

Es gibt Nachrüst-Sets mit Bimetall-Thermostaten für einige Ofenmodelle. Elektronische Systeme sind schwieriger nachzurüsten. Fragen Sie Ihren Ofenhändler nach Möglichkeiten für Ihr Modell.

Wozu dient die Tertiärluft?

Die Tertiärluft verbrennt restliche unverbrannte Gase im oberen Brennraum. Nicht jeder Ofen hat sie, bei hochwertigen Modellen sorgt sie für minimale Emissionen und maximalen Wirkungsgrad.

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