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Brennwert, Energiegehalt von Brennstoffen verstehen

Was der Brennwert über die tatsächliche Energie eines Brennstoffs verrät, und warum er mehr ist als der Heizwert.

5 Min. Lesezeit13. April 2026infire Redaktion

Definition

Brennwert (Hs), Der Brennwert gibt die gesamte bei der Verbrennung freigesetzte Wärmemenge an, einschließlich der im Wasserdampf gebundenen Kondensationswärme. Er ist stets höher als der Heizwert (Hi) desselben Brennstoffs.

1. Brennwert vs. Heizwert, Der Unterschied

In der Heiztechnik begegnen Ihnen zwei zentrale Kennzahlen: der Brennwert (Hs) und der Heizwert (Hi). Beide beschreiben den Energiegehalt eines Brennstoffs, unterscheiden sich aber in einem entscheidenden Punkt.

Der Heizwert gibt die Wärmemenge an, die bei vollständiger Verbrennung frei wird, ohne die im Wasserdampf enthaltene Energie. Der Brennwert bezieht diese Kondensationswärme mit ein. Das Ergebnis: Der Brennwert liegt je nach Brennstoff 5 bis 11 % über dem Heizwert.

Bei Holzpellets beträgt der Heizwert rund 4,9 kWh/kg, der Brennwert hingegen etwa 5,4 kWh/kg. Diese Differenz wird relevant, sobald eine Heizungsanlage die Kondensationswärme tatsächlich nutzen kann.

2. Kondensationswärme erklärt

Bei jeder Verbrennung von Holz oder fossilen Brennstoffen entsteht Wasserdampf, einerseits aus der Restfeuchte des Materials, andererseits als chemisches Reaktionsprodukt (Wasserstoff + Sauerstoff).

Dieser Dampf enthält sogenannte latente Wärme: Energie, die beim Verdampfen aufgenommen wurde. Wird der Dampf wieder abgekühlt und kondensiert, gibt er diese Energie frei. Genau diese zusätzliche Energiemenge macht den Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert aus.

💡 Tipp

Je trockener der Brennstoff, desto geringer die Differenz zwischen Brennwert und Heizwert. ENplus-zertifizierte Pellets mit maximal 10 % Restfeuchte liefern daher besonders effizient Wärme.

3. Brennwerttechnik bei Pelletkesseln

Klassische Pelletkessel und Pelletöfen nutzen nur den Heizwert, die Abgase verlassen den Schornstein heiß und feucht. Moderne Brennwertkessel hingegen kühlen die Abgase gezielt unter den Taupunkt ab (ca. 55 °C). Dabei kondensiert der Wasserdampf und gibt seine latente Wärme an den Heizkreislauf ab.

Der Vorteil: Ein Pellet-Brennwertkessel erreicht einen Wirkungsgrad von bis zu 107 % (bezogen auf den Heizwert) oder nahezu 100 % bezogen auf den Brennwert. Das spart Brennstoff und senkt die Emissionen.

Voraussetzung ist ein feuchteunempfindliches Abgassystem (Kunststoff oder Edelstahl) sowie ein Rücklauf im Heizsystem unter 50 °C. Bei Kombination mit einem Pufferspeicher arbeitet die Anlage besonders wirtschaftlich.

4. Vergleichstabelle: Brennwerte gängiger Brennstoffe

Brennstoff Heizwert (Hi) Brennwert (Hs) Differenz
Holzpellets 4,9 kWh/kg 5,4 kWh/kg ~10 %
Holzbriketts 4,8 kWh/kg 5,3 kWh/kg ~10 %
Brennholz (Buche, 20 % Feuchte) 4,0 kWh/kg 4,5 kWh/kg ~11 %
Heizöl 10,0 kWh/l 10,6 kWh/l ~6 %
Erdgas 10,1 kWh/m³ 11,2 kWh/m³ ~11 %

5. Brennwert in der Praxis

Beim Kauf von Holzpellets oder Holzbriketts ist der Heizwert die marktübliche Vergleichsgröße. Das hat einen praktischen Grund: Die meisten Heizanlagen nutzen die Kondensationswärme nicht, weshalb der Brennwert eine unrealistische Erwartung wecken würde.

Achten Sie beim Vergleich von Brennstoffen darauf, ob Angaben sich auf den Heiz- oder Brennwert beziehen. Nur wenn beide Werte auf derselben Basis angegeben werden, ist ein fairer Vergleich möglich. Zertifizierungen wie ENplus und DINplus garantieren einen Mindest-Heizwert von 4,6 kWh/kg bei Pellets.

Wer in einen Brennwertkessel investiert, sollte den Pelletverbrauch seiner Anlage nach Brennwert berechnen, denn nur so bildet sich der tatsächliche Effizienzgewinn korrekt ab.

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Häufige Fragen zum Brennwert

Was ist der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert?

Der Brennwert (Hs) enthält die Kondensationswärme des bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampfs, der Heizwert (Hi) nicht. Der Brennwert ist daher immer höher als der Heizwert.

Wie hoch ist der Brennwert von Holzpellets?

Der Brennwert von Holzpellets liegt bei ca. 5,4 kWh/kg. Der marktüblich angegebene Heizwert beträgt rund 4,9 kWh/kg bei ENplus A1-Qualität.

Kann ich den Brennwert meiner Pellets nutzen?

Ja, mit einem Pellet-Brennwertkessel. Dieser kühlt die Abgase unter den Taupunkt ab und gewinnt so die Kondensationswärme zurück, bis zu 11 % mehr Energie als ein klassischer Kessel.

Warum wird meist der Heizwert und nicht der Brennwert angegeben?

Weil die meisten Heizanlagen die Kondensationswärme nicht nutzen können. Der Heizwert bildet die tatsächlich nutzbare Energie realistischer ab und ist daher die marktübliche Vergleichsgröße.

Lohnt sich ein Brennwertkessel für Pellets?

In vielen Fällen ja. Pellet-Brennwertkessel erreichen Wirkungsgrade über 100 % (bezogen auf Hi) und sparen 5 bis 10 % Brennstoff. Die Mehrkosten amortisieren sich bei hohem Verbrauch oft innerhalb weniger Jahre, zumal die BAFA-Förderung Brennwertkessel begünstigt.

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