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Pelletofen, Heizen mit Komfort und Effizienz

Automatisch befeuert, elektronisch gesteuert und überraschend sparsam, so heizt ein Pelletofen.

6 Min. Lesezeit 13. April 2026 infire Redaktion

Definition

Pelletofen, eine Einzelraumheizung, die automatisch Holzpellets aus einem integrierten Vorratsbehälter verbrennt. Elektronische Steuerung und Gebläse sorgen für eine saubere, effiziente Verbrennung mit Wirkungsgraden über 90 %.

Was ist ein Pelletofen?

Ein Pelletofen ist ein moderner Holzofen, der mit genormten Holzpellets betrieben wird. Anders als ein klassischer Kaminofen musst du nicht ständig Holz nachlegen, der Ofen hat einen eingebauten Vorratsbehälter und befeuert sich selbst. Per Knopfdruck oder Zeitschaltuhr startet und stoppt er automatisch.

Pelletöfen stehen als Einzelraumfeuerung im Wohnraum und beheizen den Aufstellraum direkt. Sie eignen sich perfekt als Ergänzung zur Zentralheizung oder als Hauptwärmequelle in gut gedämmten Häusern und Wohnungen.

Gut zu wissen

Nicht verwechseln: Ein Pelletofen ist eine Einzelraumheizung. Eine Pelletheizung (auch Pelletkessel) ersetzt dagegen die komplette Zentralheizung und versorgt das ganze Haus über Heizkörper oder Fußbodenheizung.

Wie funktioniert ein Pelletofen?

Die Funktionsweise ist elegant und durchdacht:

  1. Vorratsbehälter: Du füllst Pellets in den integrierten Tank (typisch 15 bis 30 kg Fassungsvermögen).
  2. Förderschnecke: Eine motorgetriebene Schnecke transportiert die Pellets dosiert in die Brennmulde.
  3. Zündung: Ein elektrischer Glühzünder entzündet die Pellets automatisch, kein Anzünder, kein Feuerzeug nötig.
  4. Verbrennung: Ein Gebläse führt exakt die richtige Menge Verbrennungsluft zu. Die Elektronik regelt Pelletmenge und Luftzufuhr stufenlos.
  5. Wärmeabgabe: Die Wärme wird über Konvektion (Raumluftgebläse) und Strahlung an den Raum abgegeben.
  6. Abgas: Die sauberen Abgase werden über ein Rauchrohr in den Schornstein geleitet.
Profi-Tipp

Die meisten modernen Pelletöfen lassen sich per App oder Raumthermostat steuern. So kannst du morgens aufwachen und der Ofen hat den Raum bereits auf Wohlfühltemperatur gebracht.

Vorteile eines Pelletofens

  • Automatischer Betrieb: Befüllung, Zündung und Regelung laufen vollautomatisch. Ein Tankinhalt reicht je nach Leistung für 1 bis 3 Tage.
  • Hoher Wirkungsgrad: Moderne Pelletöfen erreichen 90 bis 95 % Wirkungsgrad, deutlich mehr als ein offener Kamin (30 %) oder ein einfacher Kaminofen (70-80 %).
  • Saubere Verbrennung: Durch die elektronische Steuerung entstehen kaum Feinstaub und Ruß. Die Aschenmenge ist minimal.
  • Programmierbar: Zeitschaltuhr, Tages- und Wochenprogramme, Raumtemperatur-Regelung, alles per Display oder App.
  • Platzsparend: Pellets in Säcken lagern auf kleinem Raum. Kein Holzstapel im Garten nötig.
  • CO2-neutral: Holzpellets setzen nur so viel CO2 frei, wie der Baum beim Wachsen gebunden hat.
Gut zu wissen

Pelletöfen erzeugen ein echtes, sichtbares Flammenspiel, das ist kein Vergleich zu einer Infrarotheizung oder Wärmepumpe. Du bekommst Gemütlichkeit und Effizienz in einem Gerät.

Pelletofen vs. Kaminofen

Beide heizen mit Holz, aber die Unterschiede sind erheblich:

Eigenschaft Pelletofen Kaminofen
Brennstoff Holzpellets (genormt) Scheitholz, Briketts
Befüllung Automatisch (Förderschnecke) Manuell nachlegen
Zündung Elektrisch, per Knopfdruck Manuell mit Anzünder
Wirkungsgrad 90 bis 95 % 70 bis 85 %
Temperaturregelung Elektronisch, stufenlos Manuell (Luftregler)
Zeitschaltuhr Ja, programmierbar Nein
Stromversorgung Benötigt Strom Stromlos betreibbar
Geräusch Gebläse hörbar (leise) Nahezu geräuschlos
Profi-Tipp

Du willst Komfort und Effizienz? Dann ist der Pelletofen deine Wahl. Du liebst das Knistern und Nachlegen von Hand? Dann passt der Kaminofen besser. Manche Modelle können sogar beides, sogenannte Kombiöfen verbrennen Pellets und Scheitholz.

Leistung und Raumgröße

Die richtige Leistung hängt von deiner Raumgröße und Dämmung ab. Als Faustformel gilt:

1 kW Heizleistung = 10 bis 15 m² Wohnfläche

Raumgröße Empfohlene Leistung Pelletverbrauch ca.
30 bis 50 m² 4 bis 5 kW 0,8 bis 1,2 kg/h
50 bis 80 m² 6 bis 8 kW 1,2 bis 1,8 kg/h
80 bis 120 m² 8 bis 10 kW 1,8 bis 2,4 kg/h
120 bis 150 m² 10 bis 12 kW 2,4 bis 2,8 kg/h
Gut zu wissen

Ein zu großer Ofen ist genauso schlecht wie ein zu kleiner. Überdimensionierte Öfen laufen ständig auf Teillast und das mindert den Wirkungsgrad. Lass dich im Zweifel von deinem Schornsteinfeger beraten.

Kosten und Förderung

Die Anschaffungskosten für einen Pelletofen liegen je nach Modell zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Dazu kommen Kosten für Installation, Schornsteinanschluss und ggf. einen externen Luftanschluss, rechne mit weiteren 500 bis 1.500 Euro.

BAFA-Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Pelletöfen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Voraussetzung: Der Ofen muss wasserführend sein (d. h. einen Teil der Wärme ins Heizsystem einspeisen) und bestimmte Emissionsgrenzwerte einhalten. Informiere dich vor dem Kauf auf der BAFA-Website über aktuelle Fördersätze.

Profi-Tipp

Die laufenden Kosten sind überschaubar: Bei einem Pelletpreis von ca. 300 Euro pro Tonne und einem Verbrauch von 1,5 kg/h kostet eine Stunde Heizen rund 45 Cent. Wenn du Pellets bestellen möchtest, lohnt sich die Abnahme einer ganzen Palette besonders.

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Wartung und Pflege

Ein Pelletofen braucht regelmäßige Pflege, damit er zuverlässig und effizient läuft:

  • Wöchentlich: Brennmulde und Aschekasten leeren. Bei hochwertigen ENplus-Pellets fällt nur wenig Asche an (unter 0,7 %).
  • Monatlich: Sichtscheibe reinigen, Wärmetauscherrohre mit der mitgelieferten Bürste durchputzen.
  • Jährlich: Professionelle Wartung durch den Fachbetrieb, Dichtungen prüfen, Förderschnecke kontrollieren, Abgaswerte messen.
  • Jährlich: Schornsteinfeger-Besuch (Pflicht!), Abgasmessung und Feuerstättenschau.
Gut zu wissen

Die Qualität der Pellets beeinflusst den Wartungsaufwand direkt. Minderwertige Pellets hinterlassen mehr Asche und Schlacke, das bedeutet öfter reinigen und höheren Verschleiß. Setz auf ENplus A1-Qualität, dann hast du weniger Arbeit. Mehr dazu: Pelletofen richtig einstellen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Pelletofen?

Ein guter Pelletofen kostet zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Hinzu kommen Installationskosten von 500 bis 1.500 Euro für Schornsteinanschluss und ggf. externe Luftzufuhr. Wasserführende Modelle sind teurer, können aber über die BAFA gefördert werden.

Brauche ich einen Schornstein für einen Pelletofen?

Ja, ein Pelletofen braucht einen Schornstein oder ein Edelstahl-Außenrohr. Da die Abgastemperaturen niedrig sind, reicht ein einfacher Edelstahlschornstein oft aus. Dein Schornsteinfeger muss den Anschluss vor Inbetriebnahme genehmigen.

Wie oft muss ich einen Pelletofen reinigen?

Den Aschekasten und die Brennmulde solltest du wöchentlich leeren. Bei ENplus A1-Pellets fällt wenig Asche an. Die Sichtscheibe und Wärmetauscher einmal monatlich reinigen. Einmal im Jahr steht eine professionelle Wartung durch den Fachbetrieb an.

Gibt es Förderung für Pelletöfen?

Ja, das BAFA fördert wasserführende Pelletöfen im Rahmen der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude). Luftgeführte Pelletöfen ohne Wasseranschluss werden in der Regel nicht gefördert. Den Antrag musst du vor dem Einbau stellen. Details findest du im Ratgeber: Pelletheizung: Vor- und Nachteile.

Welche Pellets brauche ich für meinen Pelletofen?

Verwende ausschließlich ENplus-zertifizierte Holzpellets mit 6 mm Durchmesser. Qualitätsklasse A1 garantiert niedrige Restfeuchte (unter 10 %), hohen Heizwert und minimalen Aschegehalt. Am besten gleich eine ganze Palette Pellets bestellen, das spart Geld und du hast Vorrat für die Saison.

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