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Förderschnecke & Saugsystem, Pellet-Fördertechnik erklärt
Wie kommen die Pellets vom Lager in den Kessel? Zwei Systeme, zwei Philosophien, wir vergleichen beide.
Definition
Förderschnecke und Saugsystem sind die zwei gängigen Techniken, um Holzpellets automatisch vom Pelletlager zum Pelletkessel zu transportieren.
Inhaltsverzeichnis
Warum braucht man Fördertechnik?
Eine Pelletheizung verbrennt pro Tag zwischen 10 und 40 kg Pellets, je nach Kesselgröße und Wärmebedarf. Händisch nachfüllen wäre unpraktisch und würde den Komfortvorteil gegenüber Brennholz zunichtemachen. Deshalb übernimmt ein automatisches Fördersystem den Transport vom Lagerraum zum Kessel.
Beide Systeme, Förderschnecke und Saugsystem, haben ihre Berechtigung. Die Wahl hängt vor allem von der Entfernung zwischen Lager und Kessel, dem Platzangebot und dem Budget ab.
Die Förderschnecke im Detail
Die Förderschnecke (auch Schneckenförderung) ist die klassische Variante: Eine Wendelspirale aus Stahl dreht sich in einem Rohr und transportiert die Pellets mechanisch vom Lager in den Vorratsbehälter des Kessels.
- Prinzip: Rotierende Spirale im Rohr schiebt Pellets vorwärts
- Reichweite: Bis ca. 6 Meter, nur gerade oder mit leichtem Gefälle
- Betriebsgeräusch: Leises Summen des Motors, kaum wahrnehmbar
- Pelletschonung: Sehr gut, minimaler Abrieb, kaum Feinanteil
💡 Tipp
Die Förderschnecke eignet sich perfekt, wenn Lagerraum und Heizungsraum direkt nebeneinander liegen. Bei größerer Entfernung oder Hindernissen (Ecken, Decken) ist das Saugsystem die bessere Wahl.
Das Saugsystem im Detail
Das Saugsystem (auch Vakuumsaugförderung oder pneumatische Förderung) transportiert Pellets per Unterdruck durch einen flexiblen Schlauch vom Lager zum Kessel.
- Prinzip: Saugturbine erzeugt Unterdruck, Pellets werden durch den Schlauch gezogen
- Reichweite: Bis ca. 20 Meter, auch um Ecken und über Stockwerke
- Betriebsgeräusch: Hörbar (vergleichbar mit Staubsauger), aber nur 1 bis 3 Mal täglich für wenige Minuten
- Pelletschonung: Geringfügig mehr Abrieb durch Lufttransport
Moderne Saugsysteme nutzen eine Sonde, die am Boden des Lagers rotiert und die Pellets aufnimmt. So wird der Lagerraum gleichmäßig entleert.
Vergleichstabelle: Schnecke vs. Saugsystem
| Kriterium | Förderschnecke | Saugsystem |
|---|---|---|
| Max. Entfernung | ca. 6 m (gerade) | ca. 20 m (flexibel) |
| Ecken/Etagen | Nicht möglich | Problemlos |
| Lärm | Sehr leise | Hörbar (kurzzeitig) |
| Pelletschonung | Sehr gut | Gut |
| Anschaffung | 400 bis 800 € | 800 bis 1.500 € |
| Wartungsaufwand | Gering | Mittel (Filter reinigen) |
| Stromverbrauch | Minimal | Etwas höher (Turbine) |
Wartung und Pflege
Beide Systeme sind weitgehend wartungsarm. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten:
- Förderschnecke: Jährlich auf Verschleiß prüfen, Lagerung schmieren. Feinanteil im Schneckenkanal entfernen.
- Saugsystem: Luftfilter regelmäßig reinigen oder tauschen (alle 2 bis 4 Wochen in der Heizsaison). Saugschlauch auf Dichtigkeit prüfen.
- Beide: Qualitativ hochwertige Pellets mit ENplus-Zertifizierung verursachen weniger Abrieb und Staub, das schont die Fördertechnik und verlängert die Wartungsintervalle.
💡 Tipp
Der Schornsteinfeger prüft bei der jährlichen Wartung auch die Fördertechnik, nutze diesen Termin, um dir den Zustand bestätigen zu lassen.
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Was ist besser: Förderschnecke oder Saugsystem?
Das hängt von der Entfernung ab. Bei direkt benachbartem Lager ist die Schnecke günstiger und leiser. Liegt das Lager weiter entfernt oder auf einer anderen Etage, ist das Saugsystem die einzige Option.
Wie laut ist ein Saugsystem?
Vergleichbar mit einem Staubsauger (ca. 65 bis 75 dB). Allerdings läuft es nur 1 bis 3 Mal pro Tag für jeweils 2 bis 5 Minuten. Moderne Geräte haben schallgedämmte Turbinen.
Können Pellets in der Förderschnecke verklemmen?
Bei qualitativ hochwertigen ENplus-Pellets ist das extrem selten. Probleme entstehen meist durch feuchte Pellets, die aufquellen, oder durch zu viel Feinanteil. Achte auf trockene Lagerung und zertifizierte Qualität.
Kann ich die Fördertechnik nachrüsten?
Ja, ein Saugsystem lässt sich bei den meisten Pelletkesseln nachrüsten. Die Schnecke muss allerdings zum Kessel passen und erfordert eine direkte Verbindung zum Lager.
Wie viel Strom verbraucht die Förderung?
Die Förderschnecke verbraucht ca. 30 bis 50 Watt, das Saugsystem ca. 300 bis 500 Watt. Da beide nur kurzzeitig laufen, sind die jährlichen Stromkosten gering (unter 20 € bei der Schnecke, ca. 30 bis 50 € beim Saugsystem).
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