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Pelletheizung, Heizen mit Holzpellets als Zentralheizung

Wie ein Pelletkessel funktioniert, was er kostet und warum er eine echte Alternative zu Gas und Wärmepumpe ist.

7 Min. Lesezeit 13. April 2026 infire Redaktion

Definition

Pelletheizung, Eine Zentralheizung, die Holzpellets als Brennstoff nutzt. Ein Pelletkessel verbrennt die Pellets vollautomatisch und versorgt das gesamte Haus mit Wärme und Warmwasser.

So funktioniert eine Pelletheizung

Eine Pelletheizung besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Pelletlager, dem Fördersystem und dem Pelletkessel.

  1. Lagerung: Die Pellets werden in einem Pelletlager (Gewebesilo, Erdtank oder Lagerraum) gelagert. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus benötigt 3 bis 5 Tonnen pro Heizsaison.
  2. Förderung: Eine Förderschnecke oder ein Saugsystem transportiert die Pellets automatisch vom Lager zum Kessel, ohne manuelles Nachlegen.
  3. Verbrennung: Der Kessel verbrennt die Pellets kontrolliert bei ca. 900 °C. Die Wärme wird über einen Wärmetauscher an das Heizsystem (Radiatoren oder Fußbodenheizung) und den Warmwasserspeicher übergeben.
  4. Ascheaustrag: Moderne Kessel verdichten die Asche automatisch. Der Aschebehälter muss nur alle 4 bis 8 Wochen geleert werden.

💡 Tipp

Ein Pufferspeicher (800 bis 1.000 Liter) ist bei Pelletheizungen empfehlenswert. Er speichert überschüssige Wärme und ermöglicht es dem Kessel, im optimalen Bereich zu arbeiten, das spart Pellets und reduziert Emissionen.

Pelletkessel vs. Pelletofen

Beide nutzen Holzpellets, unterscheiden sich aber grundlegend:

Merkmal Pelletkessel Pelletofen
Einsatz Zentralheizung (ganzes Haus) Einzelraumheizung
Leistung 10 bis 50 kW 2 bis 12 kW
Aufstellung Heizraum (Keller) Wohnraum
Pelletvorrat Externes Lager (Tonnen) Integrierter Tank (15 bis 40 kg)
Warmwasser Ja (über Pufferspeicher) Nur wasserführende Modelle
Kosten 12.000 bis 25.000 € 2.000 bis 6.000 €

Kosten und Förderung

Anschaffungskosten für eine komplette Pelletheizung (Kessel + Lager + Pufferspeicher + Installation):

  • Pelletkessel: 8.000 bis 18.000 €
  • Pelletlager/Silo: 1.500 bis 4.000 €
  • Pufferspeicher: 1.000 bis 2.500 €
  • Installation + Schornstein: 2.000 bis 5.000 €
  • Gesamt: ca. 15.000 bis 25.000 €

Laufende Kosten für ein Einfamilienhaus (150 m², 20.000 kWh/a):

  • Pelletverbrauch: ca. 4 Tonnen/Jahr
  • Pelletkosten: ca. 1.200 bis 1.600 €/Jahr (je nach Marktpreis)
  • Wartung + Schornsteinfeger: ca. 300 bis 500 €/Jahr
  • Strom für Kessel: ca. 80 bis 120 €/Jahr

Förderung durch die BEG

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert Pelletheizungen mit bis zu 70 % der Investitionskosten (Grundförderung + Klimageschwindigkeitsbonus + Einkommensbonus). Voraussetzung: Emissionsgrenzwerte nach BImSchV Stufe 2 und Staubfilter. Antrag über die KfW vor Baubeginn stellen!

Vergleich: Pelletheizung vs. Wärmepumpe vs. Gas

Kriterium Pelletheizung Wärmepumpe Gasheizung
CO₂-Bilanz CO₂-neutral Abhängig vom Strommix Fossil, CO₂-intensiv
Anschaffung 15.000 bis 25.000 € 15.000 bis 30.000 € 8.000 bis 15.000 €
Heizkosten/Jahr 1.200 bis 1.600 € 800 bis 1.400 € 1.500 bis 2.200 €
Altbau geeignet Sehr gut Bedingt (Vorlauftemp.) Gut
Platzbedarf Hoch (Lager + Kessel) Gering Gering
Zukunftssicherheit GEG-konform GEG-konform Auslaufmodell (ab 2028)

Die Pelletheizung punktet besonders im Altbau: Sie arbeitet auch mit hohen Vorlauftemperaturen effizient, anders als Wärmepumpen, die in schlecht gedämmten Gebäuden an Effizienz verlieren. Außerdem nutzt sie einen heimischen, nachwachsenden Rohstoff.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • CO₂-neutraler, nachwachsender Brennstoff
  • Vollautomatischer Betrieb (wie Gas- oder Ölheizung)
  • GEG-konform und förderfähig (bis zu 70 %)
  • Unabhängigkeit von Gas- und Ölpreisen
  • Ideal für Altbauten mit Heizkörpern
  • Kombination mit Solarthermie möglich

Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten als Gasheizung
  • Platzbedarf für Pelletlager (ca. 4 bis 6 m²)
  • Regelmäßige Wartung und Asche-Entsorgung nötig
  • Pelletlieferung muss organisiert werden
  • Einhaltung der BImSchV-Grenzwerte erforderlich

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Häufige Fragen zur Pelletheizung

Wie viele Pellets verbraucht eine Pelletheizung pro Jahr?

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus (150 m², 20.000 kWh Wärmebedarf) benötigt ca. 4 Tonnen Pellets pro Jahr. Bei gut gedämmten Neubauten kann der Verbrauch auf 2 bis 3 Tonnen sinken.

Wie groß muss das Pelletlager sein?

Für den Jahresvorrat eines Einfamilienhauses (4 Tonnen) benötigen Sie ca. 6 m³ Lagervolumen, das entspricht einem Raum von ca. 2 x 2 x 1,5 m. Alternativ kann ein Gewebesilo oder Erdtank genutzt werden.

Ist eine Pelletheizung wirklich CO₂-neutral?

Ja, im Kreislauf betrachtet: Holz gibt bei der Verbrennung nur so viel CO₂ ab, wie der Baum beim Wachstum aufgenommen hat. Dieser geschlossene Kohlenstoffkreislauf macht Pellets zu einem CO₂-neutralen Brennstoff.

Wie viel Förderung bekomme ich für eine Pelletheizung?

Die BEG-Förderung über die KfW bietet bis zu 70 % Zuschuss: 30 % Grundförderung + 20 % Klimageschwindigkeitsbonus (bei Tausch einer alten Öl-/Gasheizung) + 20 % Einkommensbonus (bei Haushaltseinkommen unter 40.000 €). Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden.

Pelletheizung oder Wärmepumpe, was ist besser?

Das hängt vom Gebäude ab. Im gut gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung ist die Wärmepumpe oft effizienter. Im Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen und Heizkörpern ist die Pelletheizung meist die bessere Wahl, sie arbeitet unabhängig von der Außentemperatur effizient.

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