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Pelletheizung, Heizen mit Holzpellets als Zentralheizung
Wie ein Pelletkessel funktioniert, was er kostet und warum er eine echte Alternative zu Gas und Wärmepumpe ist.
Definition
Pelletheizung, Eine Zentralheizung, die Holzpellets als Brennstoff nutzt. Ein Pelletkessel verbrennt die Pellets vollautomatisch und versorgt das gesamte Haus mit Wärme und Warmwasser.
Inhaltsverzeichnis
So funktioniert eine Pelletheizung
Eine Pelletheizung besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Pelletlager, dem Fördersystem und dem Pelletkessel.
- Lagerung: Die Pellets werden in einem Pelletlager (Gewebesilo, Erdtank oder Lagerraum) gelagert. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus benötigt 3 bis 5 Tonnen pro Heizsaison.
- Förderung: Eine Förderschnecke oder ein Saugsystem transportiert die Pellets automatisch vom Lager zum Kessel, ohne manuelles Nachlegen.
- Verbrennung: Der Kessel verbrennt die Pellets kontrolliert bei ca. 900 °C. Die Wärme wird über einen Wärmetauscher an das Heizsystem (Radiatoren oder Fußbodenheizung) und den Warmwasserspeicher übergeben.
- Ascheaustrag: Moderne Kessel verdichten die Asche automatisch. Der Aschebehälter muss nur alle 4 bis 8 Wochen geleert werden.
💡 Tipp
Ein Pufferspeicher (800 bis 1.000 Liter) ist bei Pelletheizungen empfehlenswert. Er speichert überschüssige Wärme und ermöglicht es dem Kessel, im optimalen Bereich zu arbeiten, das spart Pellets und reduziert Emissionen.
Pelletkessel vs. Pelletofen
Beide nutzen Holzpellets, unterscheiden sich aber grundlegend:
| Merkmal | Pelletkessel | Pelletofen |
|---|---|---|
| Einsatz | Zentralheizung (ganzes Haus) | Einzelraumheizung |
| Leistung | 10 bis 50 kW | 2 bis 12 kW |
| Aufstellung | Heizraum (Keller) | Wohnraum |
| Pelletvorrat | Externes Lager (Tonnen) | Integrierter Tank (15 bis 40 kg) |
| Warmwasser | Ja (über Pufferspeicher) | Nur wasserführende Modelle |
| Kosten | 12.000 bis 25.000 € | 2.000 bis 6.000 € |
Kosten und Förderung
Anschaffungskosten für eine komplette Pelletheizung (Kessel + Lager + Pufferspeicher + Installation):
- Pelletkessel: 8.000 bis 18.000 €
- Pelletlager/Silo: 1.500 bis 4.000 €
- Pufferspeicher: 1.000 bis 2.500 €
- Installation + Schornstein: 2.000 bis 5.000 €
- Gesamt: ca. 15.000 bis 25.000 €
Laufende Kosten für ein Einfamilienhaus (150 m², 20.000 kWh/a):
- Pelletverbrauch: ca. 4 Tonnen/Jahr
- Pelletkosten: ca. 1.200 bis 1.600 €/Jahr (je nach Marktpreis)
- Wartung + Schornsteinfeger: ca. 300 bis 500 €/Jahr
- Strom für Kessel: ca. 80 bis 120 €/Jahr
Förderung durch die BEG
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert Pelletheizungen mit bis zu 70 % der Investitionskosten (Grundförderung + Klimageschwindigkeitsbonus + Einkommensbonus). Voraussetzung: Emissionsgrenzwerte nach BImSchV Stufe 2 und Staubfilter. Antrag über die KfW vor Baubeginn stellen!
Vergleich: Pelletheizung vs. Wärmepumpe vs. Gas
| Kriterium | Pelletheizung | Wärmepumpe | Gasheizung |
|---|---|---|---|
| CO₂-Bilanz | CO₂-neutral | Abhängig vom Strommix | Fossil, CO₂-intensiv |
| Anschaffung | 15.000 bis 25.000 € | 15.000 bis 30.000 € | 8.000 bis 15.000 € |
| Heizkosten/Jahr | 1.200 bis 1.600 € | 800 bis 1.400 € | 1.500 bis 2.200 € |
| Altbau geeignet | Sehr gut | Bedingt (Vorlauftemp.) | Gut |
| Platzbedarf | Hoch (Lager + Kessel) | Gering | Gering |
| Zukunftssicherheit | GEG-konform | GEG-konform | Auslaufmodell (ab 2028) |
Die Pelletheizung punktet besonders im Altbau: Sie arbeitet auch mit hohen Vorlauftemperaturen effizient, anders als Wärmepumpen, die in schlecht gedämmten Gebäuden an Effizienz verlieren. Außerdem nutzt sie einen heimischen, nachwachsenden Rohstoff.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- CO₂-neutraler, nachwachsender Brennstoff
- Vollautomatischer Betrieb (wie Gas- oder Ölheizung)
- GEG-konform und förderfähig (bis zu 70 %)
- Unabhängigkeit von Gas- und Ölpreisen
- Ideal für Altbauten mit Heizkörpern
- Kombination mit Solarthermie möglich
Nachteile:
- Höhere Anschaffungskosten als Gasheizung
- Platzbedarf für Pelletlager (ca. 4 bis 6 m²)
- Regelmäßige Wartung und Asche-Entsorgung nötig
- Pelletlieferung muss organisiert werden
- Einhaltung der BImSchV-Grenzwerte erforderlich
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