Home › Lexikon › Holzbrikettierpresse
Holzbrikettierpresse
Von losem Sägemehl zum kompakten Energiebündel, wie Holzbriketts hergestellt werden und welche Pressentypen es gibt.
Definition
Holzbrikettierpresse, eine industrielle Maschine, die trockene Holzreste (Sägemehl, Späne, Hobelspäne) unter hohem Druck (bis 300 MPa) zu kompakten Holzbriketts presst. Die Bindung entsteht durch das holzeigene Lignin, ganz ohne chemische Bindemittel.
Inhaltsverzeichnis
1. Funktionsprinzip: Druck und Lignin
Das Grundprinzip ist verblüffend einfach: Trockenes Holz wird unter extremem Druck (100 bis 300 MPa, je nach Pressentyp) zusammengepresst. Durch den Druck und die dabei entstehende Reibungswärme (80 bis 130 °C) wird das im Holz natürlich enthaltene Lignin plastisch. Es fungiert als körpereigenes Bindemittel und verklebt die Holzfasern dauerhaft.
Sobald das Brikett die Presse verlässt und abkühlt, härtet das Lignin aus. Das Ergebnis: ein formstabiler, hochverdichteter Brennstoffblock mit einer Dichte von 0,9 bis 1,2 kg/dm³, deutlich dichter als Scheitholz (ca. 0,4 bis 0,6 kg/dm³). Genau das gibt Holzbriketts ihren hohen Heizwert.
💡 Kein Bindemittel nötig: Echte Holzbriketts enthalten ausschließlich naturbelassenes Holz. Wenn Sie auf der Verpackung "ohne Bindemittel" lesen, ist das kein Marketing, es ist das physikalische Prinzip der Brikettierung.
2. Pressentypen: RUF, Nestro, Pini Kay
Die drei häufigsten Brikettformen in Deutschland gehen direkt auf den verwendeten Pressentyp zurück:
| Typ | Pressenart | Form | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| RUF | Hydraulische Stempelpresse | Quaderförmig (ca. 15 x 9 x 6 cm) | Sehr hohe Dichte, kompakt stapelbar, gut dosierbar |
| Nestro | Mechanische Stempelpresse | Zylindrisch (ca. 9 cm Durchmesser, Länge ca. 27 cm) | Runde Form, Loch in der Mitte möglich (bessere Durchlüftung) |
| Pini Kay | Schneckenpresse (Extruder) | Achteckig/prismatisch mit Loch | Höchste Dichte (ca. 1,2 kg/dm³), dunkle Außenschicht durch Reibungshitze, längste Brenndauer |
Alle drei Typen verwenden reines Holz ohne Zusätze. Die unterschiedliche Form beeinflusst Brennverhalten, Lagerfähigkeit und Handhabung, nicht aber den Heizwert, der bei allen etwa gleich ist (ca. 4,8 bis 5,0 kWh/kg).
3. Herstellungsprozess Schritt für Schritt
- Rohstoff sammeln: Sägemehl, Hobelspäne und Holzreste aus Sägewerken und der Holzverarbeitung, ein reines Abfallprodukt.
- Trocknung: Die Restfeuchte muss auf 8 bis 12 % gesenkt werden (z. B. in Bandtrocknern). Zu feuchtes Material lässt sich nicht pressen.
- Siebung: Fremdkörper (Metall, Steine) werden entfernt, das Material auf gleichmäßige Körnung gebracht.
- Pressen: Das getrocknete Holz wird in die Brikettierpresse geführt. Druck von 100 bis 300 MPa und Temperaturen von 80 bis 130 °C aktivieren das Lignin.
- Kühlung: Die fertigen Briketts kühlen auf einem Förderband ab. Das Lignin härtet aus und gibt dem Brikett seine endgültige Festigkeit.
- Verpackung: Folienverpackung schützt vor Feuchtigkeit. Etikettierung mit Heizwert, Restfeuchte und Herkunft.
4. Qualitätsmerkmale guter Briketts
- Dichte: Mindestens 0,9 kg/dm³, je dichter, desto länger die Brenndauer.
- Restfeuchte: Unter 12 %, idealerweise 8 bis 10 %. Zu feuchte Briketts bröckeln und haben einen niedrigeren Heizwert.
- Aschegehalt: Unter 1 %, weniger Asche bedeutet weniger Reinigungsaufwand.
- Zertifizierung: DIN EN ISO 17225-3 (Holzbriketts) oder DINplus/ENplus.
- Keine Rinde: Briketts aus reinem Kernholz (hell) haben weniger Asche als solche mit Rindenanteil (dunkel).
5. Nachhaltigkeit und Rohstoff
Holzbriketts sind ein Paradebeispiel für Kreislaufwirtschaft: Der Rohstoff ist ein Abfallprodukt der Holzverarbeitung, das ohne Brikettierung entsorgt oder minderwertig verbrannt würde. Durch die Verdichtung entsteht ein hochwertiger Brennstoff mit konstanter Qualität.
Die CO2-Bilanz ist nahezu neutral: Beim Verbrennen wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum zuvor aufgenommen hat. Transportwege sind kurz, da die meisten deutschen Briketts aus regionalen Sägewerken stammen, ganz im Sinne der Pellet- und Brikettproduktion in Deutschland.
Holzbriketts aus deutscher Produktion
Hochverdichtet, ohne Bindemittel, aus reinem Nadelholz, unsere Holzbriketts liefern zuverlässige Wärme.
Briketts kaufen →Häufige Fragen (FAQ)
Enthalten Holzbriketts Kleber oder Bindemittel?
Nein. Die Bindung entsteht ausschließlich durch das holzeigene Lignin, das unter Druck und Wärme plastisch wird. Echte Holzbriketts sind 100 % Naturholz.
Welcher Briketttyp ist der beste: RUF, Nestro oder Pini Kay?
Alle drei haben einen ähnlichen Heizwert. RUF-Briketts sind kompakt und gut dosierbar, Nestro-Briketts mit Loch brennen gleichmäßig an, Pini-Kay-Briketts haben die längste Brenndauer durch höchste Dichte.
Warum sind manche Briketts dunkel und manche hell?
Helle Briketts bestehen aus reinem Kernholz, dunkle enthalten Rindenanteile oder wurden bei höherer Temperatur gepresst (wie Pini Kay). Helle Briketts haben tendenziell weniger Asche.
Kann man Holzbriketts selbst herstellen?
Es gibt kleine Handpressen und hydraulische Hobbypressen. Die erreichen aber selten den nötigen Druck für eine gute Ligninbindung. Industriell gepresste Briketts sind deutlich dichter, formstabiler und haben einen höheren Heizwert.
Wie lagere ich Holzbriketts richtig?
Trocken und luftig, am besten in der Originalfolie. Briketts nehmen Feuchtigkeit auf und quellen dann auf, deshalb nie im feuchten Keller oder Freien ohne Abdeckung lagern.

Anzündmethode
Kamineinsatz, Offenen Kamin nachrüsten und effizienter heizen