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Kamineinsatz, Offenen Kamin nachrüsten und effizienter heizen

Wie ein Heizeinsatz Ihren offenen Kamin in eine moderne, saubere Heizquelle verwandelt

5 Min. Lesezeit13. April 2026infire Redaktion

Definition

Kamineinsatz, Ein geschlossener Heizeinsatz (auch Kassette genannt), der in einen offenen Kamin eingebaut wird, um den Wirkungsgrad drastisch zu steigern und die Anforderungen der BImSchV zu erfüllen.

Warum einen Kamineinsatz nachrüsten?

Ein offener Kamin sieht romantisch aus, ist aber ein Energieverschwender. Mit einem Wirkungsgrad von nur 10 bis 20 % geht der Großteil der Wärme ungenutzt durch den Schornstein. Zudem stoßen offene Kamine hohe Emissionen aus und erfüllen die Grenzwerte der BImSchV nicht.

Ein Kamineinsatz löst beide Probleme: Er steigert den Wirkungsgrad auf 70 bis 85 %, senkt den Brennholz-Verbrauch erheblich und macht den Kamin gesetzeskonform. Viele Hausbesitzer müssen ihren offenen Kamin bis spätestens Ende 2024 nachrüsten oder stilllegen, der Kamineinsatz ist hier die eleganteste Lösung.

Typen von Kamineinsätzen

Je nach Bauart und Brennstoff gibt es verschiedene Varianten:

Typ Brennstoff Wirkungsgrad Besonderheit
Klassischer Heizeinsatz Scheitholz 70 bis 80 % Sichtscheibe, Konvektion
Wasserführender Einsatz Scheitholz 75 bis 85 % Speist Pufferspeicher
Pellet-Kamineinsatz Pellets 85 bis 92 % Automatische Beschickung
Tunneleinsatz Scheitholz 70 bis 78 % Durchsicht, zwei Räume

Wasserführende Kamineinsätze

Ein wasserführender Kamineinsatz besitzt eine integrierte Wassertasche. Ein Teil der Wärme (typisch 50 bis 70 %) wird an das Heizungswasser abgegeben und in einem Pufferspeicher zwischengespeichert. So unterstützt der Kamin die Zentralheizung und kann sogar die Pelletheizung oder Wärmepumpe entlasten.

💡 Tipp: Wasserführende Kamineinsätze sind förderfähig über die BAFA-Förderung. Ein Pufferspeicher mit mindestens 55 l/kW Nennwärmeleistung ist dabei Pflicht.

Einbau und Nachrüstung

Der Einbau eines Kamineinsatzes in einen bestehenden offenen Kamin umfasst mehrere Schritte:

  1. Aufmaß: Feuerraummaße exakt vermessen (Breite, Höhe, Tiefe).
  2. Schornsteinprüfung: Der Schornsteinfeger prüft Querschnitt und Zug.
  3. Einsatz wählen: Passende Größe und Nennwärmeleistung bestimmen.
  4. Montage: Einsatz einsetzen, Rauchrohr anschließen, Verkleidung anbringen.
  5. Abnahme: Schornsteinfeger nimmt die Anlage ab.

Die Kosten liegen je nach Modell zwischen 1.500 und 5.000 € für den Einsatz plus 500 bis 1.500 € für den Einbau.

Vergleich: Offener Kamin vs. Kamineinsatz

Kriterium Offener Kamin Kamineinsatz
Wirkungsgrad 10 bis 20 % 70 bis 85 %
BImSchV-konform Nein Ja
Feinstaub Hoch Gering
Holzverbrauch Sehr hoch Moderat
Sicherheit Funkenflug Geschlossene Scheibe

Häufige Fragen

Was kostet ein Kamineinsatz?

Je nach Modell und Leistung zwischen 1.500 und 5.000 €. Wasserführende Varianten liegen am oberen Ende. Hinzu kommen Einbaukosten von 500 bis 1.500 €.

Kann ich meinen offenen Kamin weiter nutzen?

Ohne Nachrüstung dürfen offene Kamine nur noch gelegentlich (max. 8-mal im Jahr) betrieben werden. Mit einem Kamineinsatz ist der dauerhafte Betrieb BImSchV-konform möglich.

Brauche ich eine Genehmigung für den Einbau?

Ja. Der Schornsteinfeger muss vor dem Einbau den Schornstein prüfen und die fertige Anlage abnehmen. Eine Bauanzeige kann je nach Bundesland erforderlich sein.

Lohnt sich ein wasserführender Kamineinsatz?

Ja, besonders wenn Sie die Zentralheizung unterstützen möchten. Bis zu 70 % der Wärme gehen in den Pufferspeicher. Zusätzlich profitieren Sie von der BAFA-Förderung.

Welche Leistung brauche ich?

Als Faustregel gilt: 1 kW Nennwärmeleistung pro 10 bis 15 m² Wohnfläche bei normaler Dämmung. Ihr Schornsteinfeger oder ein Energieberater hilft bei der genauen Berechnung.

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