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„CO2-neutral“ heizen: was bei Holz gemeint ist und was nicht
Wie der Kohlenstoffkreislauf bei Holz funktioniert, welche Emissionen trotzdem anfallen und was der CO2-Preis für deine Heizkosten bedeutet.
Definition
„CO2-neutral“ wird bei Holzbrennstoffen meist so verwendet: Beim Verbrennen wird etwa so viel CO2 frei, wie der Baum beim Wachsen gebunden hat. Das beschreibt nur die Verbrennung. Für Ernte, Trocknung, Pressung und Transport entstehen zusätzlich Emissionen. Emissionsfrei ist Heizen mit Holz deshalb nicht.
Inhaltsverzeichnis
Was mit „CO2-neutral“ gemeint ist und was nicht
Gemeint ist mit dem Begriff meist nur die Verbrennung: Beim Verbrennen von Holz wird etwa so viel Kohlendioxid frei, wie der Baum beim Wachsen aus der Luft aufgenommen hat. Das unterscheidet Holz von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas, die Kohlenstoff freisetzen, der seit Millionen Jahren im Erdinneren gebunden war. Nicht gemeint ist, dass beim Heizen mit Holz gar kein CO2 entsteht: Für Ernte, Trocknung, Pressung und Transport wird Energie gebraucht, und dabei entstehen zusätzlich Emissionen.
Für Holzbrennstoffe wie Holzpellets, Scheitholz oder Holzbriketts gilt dieser Kreislauf. Ein Baum bindet während seines Wachstums CO2 durch Photosynthese. Wird das Holz später verbrannt, wird etwa diese Menge wieder frei. Wächst an gleicher Stelle ein neuer Baum nach, beginnt der Kreislauf von vorn.
Auch wenn Holz im Wald verrottet statt verbrannt zu werden, wird das gespeicherte CO2 freigesetzt, nur langsamer. Wie groß der Unterschied zu Öl oder Gas in der Gesamtbilanz ist, hängt davon ab, wie viel Energie für Ernte, Trocknung, Pressung und Transport anfällt.
Der Kohlenstoffkreislauf
Der Kohlenstoffkreislauf bei Holzbrennstoffen lässt sich in vier Schritten zusammenfassen:
- Wachstum: Ein Baum nimmt über die Photosynthese CO2 aus der Atmosphäre auf und speichert den Kohlenstoff in Stamm, Ästen und Wurzeln.
- Ernte und Verarbeitung: Das Holz wird geerntet. Aus Sägerestholz und Hobelspänen entstehen Pellets, ein Nebenprodukt der Holzindustrie. Für Ernte, Trocknung, Pressung und Transport entstehen dabei zusätzlich Emissionen.
- Verbrennung: Beim Heizen mit Pellets wird das gespeicherte CO2 freigesetzt. Es gelangt zurück in die Atmosphäre.
- Nachwachsen: An gleicher Stelle wächst ein neuer Baum und bindet erneut CO2. Der Kreislauf schließt sich.
Entscheidend ist: Der Kreislauf geht nur auf, solange nicht mehr Holz entnommen wird als nachwächst. Die Emissionen aus Ernte, Verarbeitung und Transport kommen in jedem Fall hinzu.
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Holz und fossile Brennstoffe im Vergleich
Der zentrale Unterschied zu fossilen Brennstoffen: Erdöl, Erdgas und Kohle setzen Kohlenstoff frei, der vor Millionen Jahren der Atmosphäre entzogen und im Erdinneren eingeschlossen wurde. Diese zusätzliche CO2-Last erhöht die Gesamtkonzentration in der Atmosphäre und treibt den Klimawandel an.
Holz dagegen ist Teil des aktuellen Kohlenstoffkreislaufs. Das CO2, das bei der Verbrennung frei wird, wurde erst in den letzten Jahrzehnten gebunden, es ist kein „neues" CO2 für die Atmosphäre. Deshalb stuft die EU Holzbrennstoffe als erneuerbare Energie ein und berechnet den CO2-Emissionsfaktor mit Null.
In einer vollständigen Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment) werden auch Herstellung, Transport und Verpackung eingerechnet. Dabei entsteht auch bei Pellets CO2. Wie viel, hängt unter anderem davon ab, wie das Holz getrocknet und wie weit es transportiert wird.
CO2-Steuer und Holzbrennstoffe
Seit 2021 gilt in Deutschland die CO2-Bepreisung für fossile Brennstoffe. Sie verteuert Gas und Heizöl von Jahr zu Jahr, und damit das Heizen mit fossilen Energieträgern. 2026 liegt der CO2-Preis bei 55 Euro pro Tonne und steigt weiter.
Holzbrennstoffe sind von der CO2-Steuer befreit. Der Grund: Die CO2-Bepreisung erfasst fossile Brennstoffe, Holz ist als erneuerbarer Energieträger nicht einbezogen. Wer mit Pellets heizt, zahlt also keine CO2-Abgabe, ein handfester Kostenvorteil, der mit jedem Jahr wächst.
Die CO2-Steuer macht fossile Brennstoffe Jahr für Jahr teurer. Wer jetzt auf Pellets umsteigt, sichert sich langfristig stabile Heizkosten. Mehr dazu in unserem Ratgeber Pellets statt Öl.
Vergleich: Herkunft des CO2 und CO2-Preis
Die folgende Tabelle zeigt, woher das CO2 der verschiedenen Brennstoffe stammt und ob die CO2-Abgabe anfällt. Emissionen aus Herstellung und Transport kommen bei allen Brennstoffen hinzu:
| Brennstoff | Herkunft des CO2 | CO2-Steuer |
|---|---|---|
| Holzpellets | aus dem Baumwachstum (Kreislauf) | Befreit |
| Scheitholz | aus dem Baumwachstum (Kreislauf) | Befreit |
| Erdgas | fossil, zusätzlich zum Kreislauf | 55 EUR/t (2026) |
| Heizöl | fossil, zusätzlich zum Kreislauf | 55 EUR/t (2026) |
Der Unterschied liegt in der Herkunft: Holz gibt Kohlenstoff aus dem laufenden Kreislauf frei, Öl und Gas zusätzlichen fossilen Kohlenstoff. Emissionen aus Herstellung und Transport fallen bei allen Brennstoffen an und gehören in jede ehrliche Bilanz. Einen detaillierten Kostenvergleich findest du in unserem Ratgeber Pellets vs. Gas, Heizkosten-Vergleich.
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Ob der Kreislauf aufgeht, hängt von der Rohstoffbasis ab. Zwei Punkte spielen dabei eine Rolle:
Forstwirtschaft
Der Kreislauf geht nur auf, wenn nicht mehr Holz geerntet wird als nachwächst. Forst-Zertifizierungen prüfen, wie Wälder bewirtschaftet werden. Bei Holzbrennstoffen lohnt sich deshalb die Frage nach der konkreten Zertifizierung des Herstellers.
Kaskadennutzung, Holz wird mehrfach verwendet
Pellets werden in der Regel nicht aus frisch gefällten Bäumen hergestellt. Sie entstehen meist aus Sägerestholz, also Sägespänen und Hobelspänen, die bei der Holzverarbeitung ohnehin anfallen. Erst wird das Holz als Bauholz oder Möbel genutzt, dann werden die Reste zu Pellets gepresst. Das nennt man Kaskadennutzung: Jeder Rohstoff wird so effizient wie möglich verwendet, bevor er energetisch verwertet wird.
Ein großer Teil der in Deutschland hergestellten Pellets besteht aus Sägerestholz, also aus Resten, die bei der Holzverarbeitung ohnehin anfallen. Woher das Holz einer bestimmten Pelletsorte kommt, steht in den Angaben des Herstellers.
Achte beim Pellets bestellen auf die ENplus-Zertifizierung. Sie ist ein europäischer Qualitätsstandard für Holzpellets und kontrolliert die Qualität über die Lieferkette bis zum Händler.
Häufig gestellte Fragen
Sind Holzpellets wirklich CO2-neutral?
Nicht in der Gesamtbilanz. Beim Verbrennen wird etwa so viel CO2 frei, wie der Baum beim Wachsen aufgenommen hat. Für Ernte, Trocknung, Pressung und Transport entstehen zusätzlich Emissionen. Der Begriff beschreibt deshalb höchstens die Verbrennung, nicht die ganze Kette vom Wald bis zum Ofen.
Müssen Pelletheizungen CO2-Steuer zahlen?
Nein. Holzbrennstoffe sind als erneuerbare Energie von der CO2-Bepreisung befreit. Das betrifft Pellets, Scheitholz und Holzbriketts gleichermaßen. Wer von Öl oder Gas auf Pellets umsteigt, spart die CO2-Abgabe, ein Kostenvorteil, der mit steigendem CO2-Preis immer größer wird. Wenn du Pellets kaufen willst, schau dir unsere Wohl und Warm Pellets an.
Pellets oder Wärmepumpe, was hat die bessere CO2-Bilanz?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Wärmepumpe nutzt Umweltwärme und Strom, die Pelletheizung Holz als nachwachsenden Rohstoff. Bei der Wärmepumpe hängt die Bilanz vor allem vom Strommix ab, bei Pellets von Herkunft, Trocknung und Transportweg des Holzes. Einen ausführlichen Vergleich findest du im Ratgeber Pelletheizung: Vor- und Nachteile.
Woher kommt das Holz für Pellets?
In Deutschland werden Pellets überwiegend aus Sägerestholz hergestellt, also aus Spänen und Resten, die bei der Verarbeitung von Bau- und Möbelholz anfallen. Dieses Prinzip heißt Kaskadennutzung. Ob das Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft stammt, steht in den Angaben des jeweiligen Herstellers.
Verwandte Begriffe
Genormter Brennstoff aus Sägespänen, ENplus-zertifiziert.
BImSchVEmissionsgrenzwerte für Kaminöfen und Pelletöfen.
HeizwertEnergiegehalt eines Brennstoffs pro Kilogramm.
ENplusEuropäischer Qualitätsstandard für Holzpellets.
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