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Pelletbunker

So lagern Sie Holzpellets sicher, trocken und platzsparend

6 Min. Lesezeit13. April 2026infire Redaktion

Definition

Pelletbunker, Ein speziell für die Lagerung von Holzpellets ausgelegter Raum oder Behälter. Es gibt Gewebetanks, Betonbunker und Erdtanks, alle mit dem Ziel, Pellets trocken, staubarm und brandgeschützt für die automatische Zuführung zum Heizkessel bereitzuhalten.

Lagertypen im Vergleich

Je nach Platzverhältnissen und Budget gibt es drei bewährte Lösungen für die Pelletlagerung neben dem Pelletlager im eigentlichen Sinn:

Typ Beschreibung Kapazität Kosten
Gewebetank Flexibler Sack auf Metallgestell, schnell aufgebaut 2 bis 6 Tonnen 500 bis 1.500 €
Betonbunker Gemauerter oder betonierter Kellerraum mit Schrägboden 3 bis 15 Tonnen 2.000 bis 5.000 €
Erdtank Unterirdischer GFK- oder PE-Tank im Garten 3 bis 10 Tonnen 3.000 bis 7.000 €

Der Gewebetank ist die günstigste und flexibelste Option, ideal für Einfamilienhäuser. Betonbunker eignen sich, wenn ein geeigneter Kellerraum vorhanden ist. Erdtanks kommen zum Einsatz, wenn im Haus kein Platz ist.

Dimensionierung, wie groß muss der Bunker sein?

Als Faustregel gilt: Pro kW Heizlast benötigen Sie ca. 0,9 m³ Lagervolumen für einen Jahresvorrat. Ein Einfamilienhaus mit 10 kW Heizlast braucht also rund 9 m³, das entspricht etwa 4 bis 5 Tonnen Pellets.

Berücksichtigen Sie bei der Planung:

  • Schüttwinkel: Pellets bilden einen Schüttkegel, nutzen Sie Schrägböden, um den Raum voll auszunutzen
  • Totraum: Ca. 1/3 des Raums bleibt als Schüttwinkel ungenutzt (ohne Rührwerk oder Schneckenentnahme)
  • Entnahme: Die Verbindung zum Kessel erfolgt per Förderschnecke oder Saugsystem

💡 Tipp: Bestellen Sie Pellets möglichst im Sommer (Mai bis August). Die Preise sind dann oft 10 bis 15 % günstiger als in der Heizsaison. Unser Überblick zum Pelletverbrauch hilft bei der Bedarfsplanung.

Befüllstutzen und Absaugung

Für die Befüllung per Silowagen werden zwei Kupplungsstutzen (Storz-Kupplung) an der Außenwand benötigt:

  • Einblasstutzen: Durch diesen werden die Pellets mit Druckluft in den Bunker geblasen
  • Absaugstutzen: Leitet die verdrängte Luft samt Feinstaub ab, idealerweise mit Filtervlies

Der maximale Einblasabstand (Schlauchlänge vom LKW zum Stutzen) beträgt in der Regel 30 Meter. Längere Wege erhöhen den Abrieb und damit den Feinanteil. Planen Sie die Stutzen möglichst nah an der Zufahrt.

Brandschutz und Sicherheit

Holzpellets sind kein Gefahrgut, aber als brennbarer Feststoff gelten besondere Regeln:

  • Brandschutzwände: Bei Betonbunkern im Keller sind F90-Wände und eine T30-Tür zum Heizraum vorgeschrieben
  • CO-Warnmelder: Pellets gasen bei der Lagerung geringe Mengen Kohlenmonoxid aus. In Lagerräumen über 10 Tonnen ist ein CO-Melder empfehlenswert
  • Lüftung: Der Lagerraum muss belüftbar sein (Lüftungsgitter oben und unten)
  • Elektrik: Keine offenen Leuchten oder Steckdosen im Pelletbunker, Staubexplosionsgefahr bei sehr hohen Konzentrationen
  • Erdung: Befüllstutzen müssen geerdet sein, um statische Aufladung beim Einblasen zu vermeiden

Die genauen Vorschriften regeln die Landesbauordnung und die Feuerungsverordnung (FeuVO). Ihr Schornsteinfeger berät Sie zur Abnahme.

Tipps für die optimale Pelletlagerung

  • Trockenheit: Feuchtigkeit ist der größte Feind, Pellets quellen auf und zerfallen. Der Raum muss trocken und gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt sein.
  • Prallmatte: Eine Gummimatte an der gegenüberliegenden Wand des Einblasstutzens fängt den Aufprall ab und reduziert Abrieb um bis zu 50 %.
  • Feinanteil kontrollieren: Ist der Feinanteil (Staub am Boden) hoch, prüfen Sie den Einblasweg und die Pelletqualität (ENplus-Zertifizierung).
  • Regelmäßig reinigen: Vor der jährlichen Neubefüllung den Bunker ausfegen, um Staubreste zu entfernen.

Häufige Fragen

Wie viele Tonnen Pellets passen in einen Gewebetank?

Je nach Modell zwischen 2 und 6 Tonnen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus reicht ein Tank mit 3 bis 4 Tonnen Kapazität für eine Heizsaison.

Kann ich Pellets auch in Säcken lagern statt im Bunker?

Ja, Sackware (15-kg-Säcke) ist eine Alternative für Pelletöfen mit kleinem Tank. Für Pelletkessel mit automatischer Zuführung ist ein Bunker oder Gewebetank die praktischere Lösung.

Wie weit darf der Bunker vom Kessel entfernt sein?

Bei einem Saugsystem typischerweise bis zu 20 Meter, bei einer Förderschnecke maximal 3 bis 5 Meter. Die genaue Distanz hängt vom Hersteller und der Fördertechnik ab.

Ist ein Erdtank genehmigungspflichtig?

In den meisten Bundesländern ist ein Erdtank für Pellets nicht genehmigungspflichtig, solange er die Vorschriften der FeuVO einhält. Fragen Sie sicherheitshalber bei Ihrem Bauamt nach.

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