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Holzvergaser

So funktioniert der Holzvergaserkessel, maximale Effizienz aus Scheitholz

6 Min. Lesezeit13. April 2026infire Redaktion

Definition

Holzvergaser, Ein Holzvergaserkessel ist ein Heizkessel, der Scheitholz in einem zweistufigen Verbrennungsprozess zunächst in brennbare Gase (Holzgas) umwandelt und diese anschließend bei hohen Temperaturen sauber verbrennt. Wirkungsgrade über 90 % sind üblich.

Funktionsprinzip der Holzvergasung

Anders als ein herkömmlicher Kaminofen verbrennt ein Holzvergaserkessel das Scheitholz nicht direkt, sondern in zwei getrennten Stufen:

  1. Entgasung (Pyrolyse): Im oberen Füllraum wird das Holz bei 200 bis 600 °C unter kontrollierter Luftzufuhr (Primärluft) erhitzt. Dabei entstehen brennbare Holzgase, ein Gemisch aus Wasserstoff, Methan und Kohlenmonoxid.
  2. Nachverbrennung: Die Holzgase werden durch eine Düse aus Schamotte oder Keramik in den unteren Brennraum geleitet, wo sie bei 800 bis 1200 °C mit Sekundärluft nahezu vollständig verbrennen.

Durch diese Trennung erreicht der Holzvergaser eine extrem saubere und effiziente Verbrennung mit minimalen Emissionen.

Oberer vs. unterer Abbrand

Merkmal Oberer Abbrand Unterer Abbrand
Brennrichtung Von oben nach unten Von unten nach oben
Vergasung Im gesamten Füllraum Nur an der Düse
Wirkungsgrad 85 bis 90 % 90 bis 95 %
Regelbarkeit Eingeschränkt Sehr gut
Verbreitung Ältere Modelle Moderner Standard

Moderne Holzvergaser arbeiten fast ausschließlich mit dem unteren Abbrand (auch Sturzbrandprinzip genannt), da er eine kontrolliertere Vergasung und höhere Effizienz ermöglicht.

Wirkungsgrad über 90 %

Während ein offener Kamin nur 10 bis 30 % der Holzenergie nutzt und ein einfacher Kaminofen etwa 70 bis 80 %, erreicht ein moderner Holzvergaserkessel Wirkungsgrade von 90 bis 95 %. Die Gründe:

  • Vollständige Verbrennung durch getrennte Vergasung und Nachverbrennung
  • Hohe Brennraumtemperaturen (über 1000 °C)
  • Lambdasonde regelt die Luftzufuhr elektronisch
  • Großer Wärmetauscher entzieht den Rauchgasen maximale Energie

Dieser hohe Wirkungsgrad macht den Holzvergaser zu einer der effizientesten Möglichkeiten, mit Brennholz zu heizen.

Warum ein Pufferspeicher Pflicht ist

Ein Holzvergaserkessel erzeugt seine volle Leistung, sobald die Vergasung in Gang kommt, typisch 20 bis 50 kW. Wird diese Wärme nicht abgenommen, überhitzt der Kessel oder arbeitet gedrosselt mit schlechter Verbrennung.

Deshalb schreibt die Norm einen Pufferspeicher vor (mindestens 55 Liter pro kW Nennleistung). Ein 30-kW-Kessel braucht also mindestens 1.650 Liter Pufferspeicher. Vorteile:

  • Der Kessel kann immer unter Volllast laufen, dort ist er am effizientesten
  • Überschüssige Wärme wird gespeichert und später genutzt
  • Weniger Anheizzyklen → weniger Emissionen und Verschleiß

💡 Tipp: Holzvergaserkessel werden über die BAFA-Förderung (BEG) bezuschusst. Je nach Effizienz und Kombination mit Solar sind bis zu 20 % Zuschuss möglich.

Vorteile und Nachteile

Vorteile ✅ Nachteile ❌
Wirkungsgrad über 90 % Manuelles Nachlegen nötig
Günstigster Brennstoff (Scheitholz) Pufferspeicher erforderlich (Platz)
CO₂-neutral heizen Höhere Anschaffungskosten als Kaminofen
BAFA-förderfähig Holz muss trocken gelagert werden (Restfeuchte ≤ 20 %)
Niedrige Emissionen (BImSchV-konform) Regelmäßige Reinigung der Brennkammer

Häufige Fragen

Was kostet ein Holzvergaserkessel?

Ein Holzvergaserkessel kostet je nach Leistung (20 bis 50 kW) zwischen 5.000 und 12.000 €. Dazu kommen Pufferspeicher (1.500 bis 3.000 €) und Installation. Mit BAFA-Förderung reduzieren sich die Kosten um bis zu 20 %.

Kann ich Pellets im Holzvergaser verbrennen?

Nein, ein reiner Holzvergaser ist für Scheitholz ausgelegt. Es gibt jedoch Kombikessel, die sowohl Scheitholz als auch Holzpellets verbrennen können, mit automatischer Umschaltung.

Wie oft muss ich beim Holzvergaser nachlegen?

Je nach Füllraumgröße und Heizbedarf reicht eine Füllung für 4 bis 8 Stunden. In Kombination mit einem ausreichend großen Pufferspeicher genügen oft 1 bis 2 Füllungen pro Tag.

Braucht ein Holzvergaser Strom?

Ja, für das Saugzuggebläse und die elektronische Regelung werden etwa 30 bis 80 Watt benötigt. Bei Stromausfall schaltet der Kessel sicher ab.

Welche Holzfeuchte ist ideal für den Holzvergaser?

Ideal sind 15 bis 20 % Restfeuchte. Zu feuchtes Holz senkt den Wirkungsgrad drastisch und erzeugt mehr Teer und Kondensat. Messen Sie die Feuchte mit einem Holzfeuchtemessgerät.

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