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Pelletpresse, Wie Holzpellets hergestellt werden

Von Sägespänen zum fertigen Pellet: Technik, Temperatur und das Geheimnis des holzeigenen Bindemittels Lignin.

5 Min. Lesezeit13. April 2026infire Redaktion

Definition

Pelletpresse, Eine Maschine, die zerkleinertes Holz (Sägemehl, Hobelspäne) unter hohem Druck und Temperatur durch eine Lochmatrize presst und so zylindrische Holzpellets formt. Das holzeigene Lignin dient dabei als natürliches Bindemittel.

1. Funktionsprinzip: Koller und Matrize

Das Herzstück jeder Pelletpresse sind zwei Komponenten: die Matrize (eine gelochte Stahlscheibe oder ein Ring) und die Koller (schwere Pressrollen). Das Rohmaterial wird zwischen Koller und Matrize eingezogen und durch die Bohrungen der Matrize gepresst.

Es gibt zwei Bauarten:

  • Flachmatrize: Die Matrize liegt horizontal, die Koller rollen darüber. Typisch für kleinere Anlagen mit Durchsätzen bis ca. 2 t/h.
  • Ringmatrize: Die Matrize ist ein rotierender Hohlzylinder, die Koller pressen von innen nach außen. Standard in der Großproduktion mit Durchsätzen von 5 bis 15 t/h.

Die Bohrungen der Matrize bestimmen den Pellet-Durchmesser, bei Holzpellets standardmäßig 6 mm (selten 8 mm). Ein nachgeschaltetes Abschlagmesser trennt die Stränge auf die gewünschte Länge von 3,15 bis 40 mm.

2. Vom Rohstoff zum Pellet

Die Pelletierung ist nur ein Schritt in einer mehrstufigen Produktionskette. Der gesamte Prozess umfasst:

  1. Rohstoffannahme: Sägespäne, Hobelspäne oder Hackschnitzel aus der Holzverarbeitung, ein Nebenprodukt der Kaskadennutzung.
  2. Trocknung: Die Restfeuchte wird auf 10 bis 12 % reduziert (Bandtrockner oder Trommeltrockner).
  3. Zerkleinerung: Hammermühlen zerkleinern das Material auf eine einheitliche Partikelgröße unter 4 mm.
  4. Konditionierung: Dampf oder Wasser wird zugegeben, um das Lignin zu aktivieren (Temperatur ca. 70 bis 80 °C).
  5. Pelletierung: Pressen bei 100 bis 130 °C und hohem Druck (ca. 300 bar in der Bohrung).
  6. Kühlung: Die heißen Pellets werden im Gegenstromkühler auf Raumtemperatur gebracht und härten aus.
  7. Siebung und Verpackung: Feinanteil wird abgesiebt, Pellets werden als Sackware oder lose verladen.

3. Lignin, Das natürliche Bindemittel

Ein häufiges Missverständnis: Pellets enthalten keine künstlichen Bindemittel. Das Holz selbst liefert den Klebstoff, Lignin, ein natürlicher Bestandteil jeder Holzzelle (Anteil ca. 20 bis 30 % der Trockenmasse).

Unter der Hitze und dem Druck in der Pelletpresse wird das Lignin plastisch und verklebt die Holzpartikel. Beim Abkühlen erstarrt es und gibt dem Pellet seine charakteristische Festigkeit und den leichten Glanz auf der Oberfläche.

💡 Tipp

Achten Sie auf ENplus- oder DINplus-Zertifizierung. Diese Normen erlauben maximal 2 % zugesetzte Presshilfen (Stärke) und garantieren damit ein naturbelassenes Produkt mit niedrigem Aschegehalt.

4. Industrielle Presse vs. Kleinpresse

Merkmal Industrielle Ringmatrize Kleinpresse (Flachmatrize)
Durchsatz 5 bis 15 t/h 50 bis 500 kg/h
Antriebsleistung 200 bis 500 kW 5 bis 30 kW
Pellet-Qualität ENplus A1 möglich Schwankend, selten zertifizierbar
Investition 500.000 bis 2.000.000 € 3.000 bis 15.000 €
Einsatzgebiet Pelletwerke, Sägewerke Hobbybereich, Landwirtschaft

Kleinpressen sind für den Eigenbedarf gedacht, liefern aber selten die Qualität, die für einen modernen Pelletkessel mit automatischer Förderung erforderlich ist. Industriell gefertigte Pellets durchlaufen eine strenge Qualitätskontrolle nach ENplus-Standard.

5. Qualitätssicherung und Zertifizierung

Die Qualität eines Pellets wird maßgeblich in der Presse bestimmt. Entscheidende Faktoren sind:

  • Matrizenverhältnis (L/D): Das Verhältnis von Bohrungslänge zu Durchmesser beeinflusst Verdichtung und Abriebfestigkeit.
  • Rohstoffqualität: Reine Nadelholzspäne ergeben Pellets mit niedrigerem Aschegehalt als Laubholz oder Rindenmischungen.
  • Restfeuchte: Zu feuchtes Material führt zu weichen Pellets, zu trockenes zu erhöhtem Verschleiß und Staubbildung.

Zertifizierte Werke werden regelmäßig auditiert. Jede Charge wird auf Heizwert, Abriebfestigkeit, Feinanteil und Schadstoffgehalt geprüft.

Industriell gepresst, zertifiziert geliefert

Unsere Pellets stammen aus zertifizierten Werken mit modernster Presstechnik, für gleichbleibende Qualität in jeder Lieferung.

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Häufige Fragen zur Pelletpresse

Enthalten Pellets Kleber oder chemische Bindemittel?

Nein. Holzpellets werden durch das holzeigene Lignin gebunden, das unter Druck und Hitze plastisch wird. Laut ENplus-Norm sind maximal 2 % natürliche Presshilfen (z. B. Maisstärke) erlaubt.

Kann man Pellets selbst herstellen?

Technisch ja, Kleinpressen sind ab ca. 3.000 € erhältlich. Die Qualität reicht aber selten an industriell gefertigte ENplus-Pellets heran, und die Kosten pro Kilogramm sind meist höher als der Einkaufspreis.

Welche Temperatur herrscht in der Pelletpresse?

In der Presszone entstehen Temperaturen von 100 bis 130 °C durch Reibung und Druck. Diese Hitze reicht aus, um das Lignin zu erweichen, ohne das Holz zu verbrennen.

Woraus werden Holzpellets hergestellt?

Aus Sägespänen und Hobelspänen der Holzverarbeitung, also aus Restholz, das bei der Produktion von Möbeln, Bauholz oder Schnittholz anfällt. So werden Ressourcen optimal im Sinne der Kaskadennutzung verwertet.

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