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Emissionen

Schadstoffe bei der Holzverbrennung, was entsteht, was erlaubt ist und wie Sie Emissionen reduzieren

6 Min. Lesezeit13. April 2026infire Redaktion

Definition

Emissionen, Bei der Verbrennung von Holz, Pellets oder Briketts entstehen neben Wärme und CO₂ auch Schadstoffe wie Kohlenmonoxid (CO), Feinstaub und Stickoxide (NOx). Die BImSchV (Stufe 2) legt strenge Grenzwerte fest, die moderne Öfen sicher einhalten.

Die wichtigsten Schadstoffe

Bei der Holzverbrennung entstehen drei Hauptkategorien von Schadstoffen:

Schadstoff Ursache Gesundheitsrisiko
Kohlenmonoxid (CO) Unvollständige Verbrennung Geruchlos, giftig, bei hoher Konzentration lebensgefährlich
Feinstaub (PM2,5 / PM10) Partikel aus Asche, Teer und Ruß Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Belastung
Stickoxide (NOx) Hohe Verbrennungstemperaturen + Stickstoff im Brennstoff Reizung der Atemwege, Smogbildung

Dazu kommen in geringen Mengen flüchtige organische Verbindungen (VOC) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), besonders bei schlechter Verbrennung oder feuchtem Holz.

Grenzwerte nach BImSchV Stufe 2

Seit dem 1. Januar 2015 (für neue Öfen) bzw. gestaffelt bis 2025 (für Bestandsöfen) gelten die verschärften Grenzwerte der 1. BImSchV Stufe 2:

Ofentyp CO (mg/m³) Feinstaub (mg/m³)
Kaminofen ≤ 1.250 ≤ 40
Pelletofen ≤ 250 ≤ 20
Pelletkessel ≤ 250 ≤ 20
Holzvergaserkessel ≤ 400 ≤ 20

Pelletöfen und -kessel haben deutlich niedrigere Grenzwerte als Kaminöfen, weil die automatische Brennstoffzufuhr eine kontrollierte Verbrennung ermöglicht. Viele moderne Geräte unterschreiten die Grenzwerte um 50 bis 70 %.

Warum entstehen Emissionen?

Die Hauptursachen für erhöhte Emissionen bei der Holzverbrennung sind:

  • Zu feuchtes Brennholz: Bei einer Restfeuchte über 20 % sinkt die Verbrennungstemperatur, es bilden sich mehr CO und Feinstaub
  • Falsche Luftzufuhr: Zu wenig Primär- oder Sekundärluft führt zu einer unvollständigen Verbrennung (Schwelen)
  • Zu große Holzscheite: Überdimensionierte Scheite brauchen länger zum Durchzünden, die Oberfläche reicht nicht für eine schnelle Vergasung
  • Falscher Brennstoff: Behandeltes, lackiertes oder beschichtetes Holz erzeugt giftige Emissionen und ist verboten
  • Veralteter Ofen: Öfen vor 1995 haben keine Nachverbrennung und stoßen ein Vielfaches heutiger Grenzwerte aus

💡 Tipp: Mit Holzpellets (ENplus A1) heizen Sie am saubersten. Durch die genormte Größe, niedrige Restfeuchte (< 10 %) und automatische Verbrennung liegen die Emissionen weit unter den Grenzwerten.

So reduzieren Sie Emissionen

  1. Nur trockenes Holz verbrennen, Restfeuchte unter 20 %, am besten unter 15 %
  2. Richtig anzünden, Von oben anzünden (Top-Down-Methode) reduziert die Rauchentwicklung in der Anheizphase um bis zu 80 %
  3. Luftzufuhr korrekt einstellen, In der Hauptbrennphase auf Sekundärluft umstellen
  4. Qualitätsbrennstoff verwenden, DINplus- oder ENplus-zertifizierte Pellets und Briketts
  5. Feinstaubfilter nachrüsten, Elektrostatische oder katalytische Filter reduzieren Feinstaub um 50 bis 90 %
  6. Ofen regelmäßig warten, Dichtungen, Schamotte und Rauchrohr prüfen

Emissionsmessungen durch den Schornsteinfeger

Der Schornsteinfeger führt bei Feuerstätten ab 4 kW Nennleistung regelmäßig Emissionsmessungen durch:

  • Erstmessung: Innerhalb von 4 Wochen nach Inbetriebnahme
  • Wiederkehrende Messung: Alle 2 Jahre bei Pelletkesseln, alle 2 bis 3 Jahre bei Kaminöfen (je nach Bundesland)
  • Gemessene Werte: CO-Gehalt, Feinstaub (gravimetrisch oder Streulichtmessung), Abgastemperatur, Sauerstoffgehalt

Bei Überschreitung der Grenzwerte setzt der Schornsteinfeger eine Frist zur Nachbesserung. Wird nicht nachgebessert, kann die Stilllegung des Ofens angeordnet werden.

Häufige Fragen

Ist Heizen mit Holz schlecht für die Umwelt?

Holz verbrennt CO₂-neutral, da nur so viel CO₂ freigesetzt wird, wie der Baum beim Wachsen aufgenommen hat. Lokale Emissionen (Feinstaub) lassen sich mit modernen Öfen und trockenen Brennstoffen auf ein Minimum reduzieren.

Welcher Brennstoff verursacht am wenigsten Feinstaub?

Holzpellets verursachen den geringsten Feinstaubausstoß aller Holzbrennstoffe, durch die niedrige Restfeuchte, genormte Größe und automatische Verbrennungssteuerung.

Muss ich meinen alten Ofen stilllegen?

Öfen mit Typenschild vor 1995 müssen seit 2024 die BImSchV-Stufe-2-Grenzwerte einhalten, entweder durch Nachrüstung eines Feinstaubfilters oder Austausch. Ihr Schornsteinfeger informiert Sie über die Fristen.

Was kostet eine Emissionsmessung?

Die Messung durch den Schornsteinfeger kostet je nach Aufwand 50 bis 120 €. Sie ist Teil der regulären Feuerstättenschau und wird im Feuerstättenbescheid festgelegt.

Hilft ein Feinstaubfilter wirklich?

Ja, ein elektrostatischer Feinstaubfilter reduziert die Partikelemissionen um 50 bis 90 %. Er kann bei den meisten Kaminöfen und Kesseln nachgerüstet werden.

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