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Primär- und Sekundärluft

Wie die richtige Luftzufuhr Ihren Ofen effizienter und sauberer macht

5 Min. Lesezeit13. April 2026infire Redaktion

Definition

Primär- und Sekundärluft, Die Verbrennungsluft in einem Ofen wird in mehrere Ströme aufgeteilt: Primärluft durchströmt das Glutbett von unten, Sekundärluft wird oberhalb der Flammen zugeführt und sorgt für eine vollständige Nachverbrennung der Rauchgase. Manche Öfen nutzen zusätzlich Tertiärluft für eine noch sauberere Verbrennung.

Was ist Primärluft?

Die Primärluft ist der Luftstrom, der von unten durch den Rost in das Glutbett gelangt. Sie liefert den Sauerstoff, den das Brennmaterial, ob Holzpellets, Holzbriketts oder Brennholz, zum Entzünden und zur Grundverbrennung braucht.

In der Anheizphase wird die Primärluft weit geöffnet, damit das Feuer schnell in Gang kommt. Sobald ein stabiles Glutbett entstanden ist, wird sie reduziert. Bei modernen Pelletöfen übernimmt die elektronische Steuerung diese Regelung automatisch.

Was ist Sekundärluft?

Die Sekundärluft wird oberhalb des Brennraums, meist durch kleine Düsen in der Rückwand oder seitlich, eingeblasen. Ihre Hauptaufgabe: die aufsteigenden Rauchgase und unverbrannten Holzgase nachverbrennen. Dadurch wird deutlich mehr Energie freigesetzt und der Feinstaubausstoß sinkt erheblich.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Viele Hersteller führen die Sekundärluft als sogenannte Scheibenspülung über die Sichtscheibe. So bleibt das Glas länger sauber und Sie behalten freien Blick auf die Flammen.

Tertiärluft, die dritte Stufe

Hochwertige Öfen und vor allem Pelletkessel verfügen über eine Tertiärluft-Zuführung. Dieser dritte Luftstrom wird in den oberen Brennraum oder den Übergang zum Rauchrohr eingeblasen. Er verbrennt letzte Reste an Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen und sorgt so für minimale Emissionen.

Die Kombination aus drei Luftstufen ermöglicht Wirkungsgrade über 90 % und die sichere Einhaltung der BImSchV-Grenzwerte (Stufe 2).

💡 Tipp: Bei einem Kaminofen ohne automatische Steuerung gilt: Primärluft zum Anzünden öffnen, nach 10 bis 15 Minuten schließen und nur noch mit Sekundärluft heizen. So verbrennt das Holz langsamer, sauberer und effizienter.

Verbrennungsluft richtig einstellen

Phase Primärluft Sekundärluft
Anzünden Voll geöffnet Geschlossen oder minimal
Anbrandphase (5 bis 15 Min.) Halb geöffnet Leicht öffnen
Dauerbetrieb Geschlossen oder minimal Voll geöffnet
Nachlegen Kurz öffnen (2 bis 3 Min.) Voll geöffnet lassen

Bei automatisch gesteuerten Pelletöfen entfällt die manuelle Einstellung komplett, die Steuerung reguliert alle Luftströme über Sensoren und Gebläse.

Häufige Fehler bei der Luftzufuhr

  • Primärluft dauerhaft offen: Das Feuer brennt zu heiß, der Brennstoff wird verschwendet und der Ofen kann Schaden nehmen.
  • Sekundärluft geschlossen: Rauchgase verbrennen nicht vollständig, es entstehen mehr Feinstaub und Rußablagerungen an der Scheibe.
  • Alle Regler gleichzeitig voll offen: Unkontrolliertes Feuer mit schlechtem Wirkungsgrad und hohem Verbrauch.
  • Zu wenig Luft insgesamt: Schwelende Verbrennung, starke Geruchsbelästigung und Versottung des Schornsteins.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich die Primärluft nicht schließe?

Das Feuer bekommt zu viel Sauerstoff am Glutbett, verbrennt zu schnell und erzeugt übermäßige Hitze. Der Brennstoffverbrauch steigt, und die Bauteile des Ofens werden stärker beansprucht.

Brauche ich Sekundärluft bei Pelletöfen?

Ja, allerdings regelt der Pelletofen die Sekundärluft automatisch über ein Gebläse. Sie müssen hier nichts manuell einstellen, die Steuerung optimiert den Luftstrom anhand der Abgastemperatur.

Wozu dient die Scheibenspülung?

Die Scheibenspülung ist ein gezielter Sekundärluftstrom entlang der Innenseite der Sichtscheibe. Er verhindert, dass sich Ruß ablagert und hält das Glas klar.

Kann ich Primär- und Sekundärluft bei jedem Ofen einstellen?

Nein. Einfache Öfen haben nur einen gemeinsamen Luftregler. Getrennte Primär- und Sekundärluftregler finden sich bei hochwertigeren Kaminöfen. Der Schornsteinfeger kann Ihren Ofen prüfen und Hinweise zur optimalen Einstellung geben.

Was ist der Unterschied zwischen Tertiärluft und Sekundärluft?

Sekundärluft verbrennt die Holzgase direkt über dem Flammenbereich. Tertiärluft wird noch weiter oben, im Nachbrennraum, zugeführt und oxidiert letzte Reststoffe wie CO. Tertiärluft ist vor allem bei Heizkesseln und modernen Pelletöfen üblich.

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