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Verbrennungstemperatur, Optimale Temperaturen beim Heizen mit Holz

Warum 600 bis 900 °C ideal sind und was bei falschen Temperaturen passiert

5 Min. Lesezeit13. April 2026infire Redaktion

Definition

Verbrennungstemperatur, Die Temperatur, bei der Holz oder andere Biomasse im Feuerraum eines Ofens oder Kessels verbrennt. Sie bestimmt maßgeblich die Verbrennungsgüte, den Wirkungsgrad und die Emissionen.

Die drei Phasen der Holzverbrennung

Holz verbrennt nicht sofort, der Prozess durchläuft drei Phasen:

  1. Trocknung (bis 150 °C): Die Restfeuchte im Holz verdampft. Diese Phase verbraucht Energie, ohne Wärme zu liefern. Je feuchter das Holz, desto mehr Energie geht verloren.
  2. Pyrolyse / Entgasung (150 bis 300 °C): Holz zersetzt sich thermisch. Flüchtige Gase (Holzgas) treten aus. Diese Gase müssen bei ausreichend hoher Temperatur verbrennen, sonst entsteht Rauch.
  3. Verbrennung (300 bis 900 °C): Die Holzgase und die verbleibende Holzkohle verbrennen. Hier wird die meiste Wärme freigesetzt. Das Glutbett hält die Temperatur stabil.

Optimale Temperaturbereiche

Brennstoff / Gerät Optimale Temp. Abgastemperatur
Kaminofen (Scheitholz) 600 bis 800 °C 200 bis 350 °C
Pelletofen 700 bis 900 °C 120 bis 200 °C
Holzvergaser 800 bis 1.100 °C 150 bis 200 °C
Pelletkessel 700 bis 900 °C 100 bis 160 °C

Die niedrigen Abgastemperaturen bei Pelletgeräten zeigen, dass der Wärmetauscher effizient arbeitet und viel Energie entzieht.

Zu niedrig: Ruß, CO und Teer

Liegt die Verbrennungstemperatur unter 500 °C, verbrennen die Holzgase nicht vollständig. Die Folgen:

  • Ruß und Teer: Unverbrannte Gase kondensieren im Ofenrohr und Schornstein als Glanzruß. Im schlimmsten Fall droht ein Schornsteinbrand.
  • Hohe CO-Werte: Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung, gesundheitsgefährdend und ein Zeichen schlechter Effizienz.
  • Feinstaub: Unverbrannte Partikel gelangen als Feinstaub in die Luft. Die BImSchV-Grenzwerte werden überschritten.
  • Niedriger Wirkungsgrad: Ein Großteil der Energie bleibt im Rauch statt als Wärme zu landen.

💡 Tipp: Häufige Ursachen für zu niedrige Temperaturen: zu wenig Verbrennungsluft, feuchtes Brennholz (über 20 % Restfeuchte), zu wenig Holz im Glutbett oder falsche Anzündmethode (von unten statt von oben).

Zu hoch: Materialschäden

Dauerhaft über 900 °C im Kaminofen können Probleme entstehen:

  • Verformung: Stahlbleche des Ofens können sich verziehen.
  • Schamotte-Risse: Feuerfeste Auskleidung reißt bei Temperaturschock.
  • Dichtungen: Türdichtungen und Glaskeramik-Dichtungen werden beschädigt.
  • Sichtscheibe: Extreme Hitze kann die Glaskeramik trüben oder beschädigen.

Ursachen: Zu viel Holz auf einmal, zu viel Luftzufuhr oder falscher Brennstoff (z. B. Braunkohle in einem reinen Holzofen). Die Abbrandregelung hilft, die Temperatur im grünen Bereich zu halten.

Unterschiede nach Holzart

Verschiedene Holzarten verhalten sich beim Verbrennen unterschiedlich:

Holzart Zündtemperatur Brennverhalten
Fichte / Kiefer (Weichholz) ca. 280 °C Schnell, heiß, kurze Brenndauer, gutes Anzündholz
Buche / Eiche (Hartholz) ca. 300 °C Gleichmäßig, lange Glutphase, hoher Heizwert
Birke ca. 290 °C Schöne Flamme, gut für Kaminöfen, enthält ätherische Öle
Holzpellets ca. 250 °C Sehr gleichmäßig, kontrolliert, wenig Asche

Holzbriketts und Rindenbriketts erreichen durch ihre hohe Dichte stabile Temperaturen über lange Zeit, ideal für Dauerbrandöfen.

Häufige Fragen

Wie messe ich die Verbrennungstemperatur?

Mit einem Ofenrohr-Thermometer (magnetisch, ca. 10 bis 20 €). Es wird außen am Ofenrohr befestigt und zeigt die Abgastemperatur an. Der optimale Bereich liegt bei 200 bis 350 °C am Rohr.

Warum qualmt mein Ofen beim Nachlegen?

Beim Nachlegen sinkt die Temperatur kurzzeitig und frisches Holz entgast. Lösung: Nur nachlegen, wenn ein ausreichendes Glutbett vorhanden ist, und vorher die Luftzufuhr erhöhen.

Welche Abgastemperatur ist normal?

Bei Kaminöfen 200 bis 350 °C am Ofenrohr, bei Pelletöfen 120 bis 200 °C. Werte unter 150 °C (Scheitholz) deuten auf schlechte Verbrennung hin, über 400 °C auf Überfeuerung.

Verbrennt feuchtes Holz kälter?

Ja, deutlich. Ein großer Teil der Energie wird zum Verdampfen des Wassers verbraucht. Holz mit über 25 % Restfeuchte erreicht keine sauberen Verbrennungstemperaturen.

Optimale Verbrennung beginnt beim Brennstoff

Trockene Pellets und Briketts sorgen für stabile, saubere Temperaturen.

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